Wochenende, 19./20.03.2022

Wieder ein ganz ruhiges Wochenende.

Judith hat sich bei mir ein bisschen Geld geliehen, da die Postbankautomaten gleich nebenan leider wegen des Streikes in der letzten Woche ohne Geld sind, sie also erst morgen oder übermorgen Geld holen kann. Aber so etwas ist unter uns ja überhaupt kein Problem.

Jetzt ist es noch eine Woche, dass ich nach Kiel fahre. Und ich muss sagen, dass ich überhaupt keine Bedenken habe oder ängstlich bin wegen des mir unbekannten Eingriffs; offenbar ist mein Vertrauen in die dortigen Ärzte sehr groß.

Ich weiß noch, dass ich damals vor meiner ersten Star-OP recht aufgeregt war, weil ich mir nicht vorstellen konnte, bei vollem Bewusstsein am Auge operiert zu werden. Aber diesmal ist das gar nicht so.

Ich denke nur jedes Mal wenn ich in die Nachrichten schaue: Hoffentlich hat irgendjemand endlich Putin umgebracht!

Freitag, 18. März 2022

Am Morgen bat ich Judith, mir beim Bäcker ein Brot mitzubringen, und sie brachte mir, da sie in die Innenstadt musste zum Arzt, auch von dort meine Lieblingsbrötchen mit. So konnte sie mir auch meinen 100-€-Schein wechseln. 😀

Nun nähert sich meine Fahrt zur Behandlung in Kiel gefühlt mit Riesenschritten. Es ist schon fast Wochenende, und dann nur noch eine Woche bis zu meiner Reise dorthin.

Meine „Untermieterin“ Elli rief mich gegen Abend an; auch sie schaut sich die Nachrichten nicht mehr an, weil sie es nicht ertragen kann.

Aber irgendwie kommen mir manche „Hilferufe“ für Ukraine-Flüchtlinge z. B. bei nebenan.de etwas seltsam vor; und ich habe den Verdacht, dass sich da doch auch Leute über diesen Weg bereichern wollen – wäre ja nicht das erste Mal, dass so etwas geschieht.

Gegen Abend ein Chat mit Antonia, die ich wohl vor meiner Reise leider nicht mehr treffen werde.

Die hiesige Uniklinik führt eine Studie durch über eine 4. Corona-Impfung und sucht dafür Leute über 75, die schon geboostert sind. Natürlich werde ich mich dafür melden! Aber heute erreichte ich dort niemanden mehr.

Freitag, 11. März 2022

Überall wird für Spenden an Ukraine-Flüchtlinge aufgerufen. Eigentlich finde ich das gut, nur: Man muss Dinge, die man spenden will, irgendwohin bringen. Ich bin alleinstehend, habe kein Auto (mehr), weil ich bewusst darauf verzichte, also wie soll das funktionieren? Taxi? Also nicht nur irgendwelche Dinge spenden, sondern auch noch dafür bezahlen? Da überweise ich lieber Geld auf ein Hilfe-Konto!

Einen dieser „Sammler“ in unseren Stadtteil hatte ich sogar mal angerufen – und dann keine Antwort mehr erhalten. Auch nicht gerade die feine Art.

Mittwoch, 9. März 2022

Die beste Nachricht des Tages: Die USA sind vernünftig und gehen auf den von Polen angedachten Kampfjet-Deal nicht ein. Nicht nur ich befürchtete da einen sehr ernsten NATO-Russland-Konflikt. Man sollte da sehr, sehr vorsichtig sein, um dem Irren im Kreml keine Ausrede für einen dritten Weltkrieg zu liefern.

Am Morgen am „Oblivion“ weitergearbeitet, mit Helga in Kiel telefoniert, und dann habe ich das Stück nach G-Dur transponiert, einige Passagen oktaviert. Morgen geht es weiter.

In Amazon Music habe ich es für meine Freundin zum Vorspielen hervorgeholt. In YouTube gibt es auch eine Version, die ich mal mit einer Pianistin im Tonstudio aufgenommen hatte. Ihr Mann sagte oft: „Wenn ihr das spielt, läuft es mir kalt den Rücken runter, und ich könnte weinen, so schön finde ich das.“

Meine Medikamente aus der Apotheke wurden geliefert. Die Botin war ein bisschen dumm, fand unser Haus nicht. Sie rief an, ich erklärte ihr, dass sie sicher in der R…straße gesucht habe und nicht am R…platz, und so war es auch. Und dann musste sie nochmal kommen, weil das Antikoagulantium fehlte, was ich bei der Apotheke reklamierte. So ist das Leben. 😀

Dienstag, 1. März 2022

Wenn ich die Bilder der zerbombten Städte in der Ukraine sehe, was ausschließlich Putins Verschulden ist, dann frage ich mich: Er möchte doch die Ukraine Russland einverleiben; aber was will er denn mit einem Land, dessen Städte er so rücksichtslos zerstört hat?! Der Wiederaufbau würde doch sicher mehr kosten als sein Krieg!

Das alleine zeigt, dass er nicht mehr zurechnungsfähig sein kann!

Ich habe zur Zeit sehr nah am Wasser gebaut. Auch wenn ich mir heute keine Nachrichten angetan habe, außer einem kurzen Überblick am Morgen. Aber immer wieder höre ich mir John Lennons „Imagine“ an – und dann fließen die Tränen.

Gegen Abend telefonierte ich mit meiner Freundin Helga in Kiel; das tat mir richtig gut. Auch sie bekümmert natürlich dieser Krieg; zumal sie als Kind selbst mit Mutter und Geschwistern aus Ostpreußen flüchten musste.

Man versucht, sich abzulenken, aber das ist sehr schwierig.

Montag, 28. Februar 2022

Meine spanische Freundin antwortete mir am frühen Morgen: Leider hat sie ihr Haus schon seit längerem einer Gruppe von Belgiern vermietet. Sollten die nicht anreisen, stünde es mir und meinen Freunden natürlich zur Verfügung. Schade, aber es wird eben schon seit vielen Jahren als Ferienhaus vermietet; da kann man nichts machen. Neue Ideen sind also gefragt.

Immer wenn ich Nachrichten schaue, fange ich an zu weinen. Ich weiß, es gäbe ein einfaches Mittel dagegen: keine mehr schauen! 😀 Aber andererseits will man ja auch auf dem laufenden bleiben. Eine Zwickmühle!

Freitag, 25. Februar 2022

Ende kommenden Monats feiere ich meinen 77. Geburtstag. 76 davon konnte ich in Frieden feiern, denn es wurde immer erzählt, dass am Tag vor meiner Geburt die Amerikaner in unser Dorf kamen, und es herrschte eine nächtliche Ausgangssperre. Aber in unserem Haus auf dem Land in Rheinland-Pfalz hatte auch eine Hebamme aus der Stadt, die unserer weitläufigen Familie angehörte, Zuflucht gefunden, und so war meine Hausgeburt gesichert.

Und nun, kurz vor meinem 77. muss dieser Idiot Putin wieder einen Krieg anzetteln! Es ist nicht zu fassen! Soll er doch elendig verrecken!

Ich hoffe nur, dass es keine Angriffe auf NATO-Länder, wie die baltischen Staaten, gibt, denn dann wäre das Desaster vollkommen, und Herr P. ließe sich sicher auch nicht davon abhalten, Atomwaffen gegen den Rest Europas einzusetzen. Ein fürchterlicher Gedanke!

Meine Freundin in Andalusien schrieb mir heute. Zu ihr würde ich fahren, wenn der Krieg näherkäme. Sie wohnt zwar nicht außerhalb der Welt, aber in einer Kleinstadt bei Sevilla würde ich mich sicherer fühlen als hier in F. Und ich könnte in ihrem Zweithaus wohnen, wir müssten uns nicht gegenseitig auf den Geist gehen. 😀 Denn aus Erfahrung weiß ich, dass auch das Zusammenleben mit Freunden so seine Tücken hat.

Auch mit meiner Freundin Helga in Kiel telefonierte ich; ich lud sie und Annegret ein, im Fall der Fälle mit nach Andalusien zu reisen, denn auch Kiel war aufgrund des Militärs dort schon immer ein Angriffsziel. Ich hoffe das alles ja nicht, aber es ist besser, darauf vorbereitet zu sein.

Mittwoch, 12. Januar 2022

Ich mache mir große Sorgen um die politische Entwicklung in der Welt, insbesondere die Lage zwischen Russland und der westlichen Welt. Ich hoffe nur, dass das nicht eskaliert. Ich habe keine Lust, in fortgeschrittenem Alter noch einen neuen Krieg zu erleben. Dagegen wären alle unsere Corona-Befürchtungen Kinderkram.

Fortschritt ?

Der Gedanke für diesen Beitrag kam mir diesen Morgen beim Aufwachen.

Worin besteht also der viel gepriesene Fortschritt?

Vor allem NICHT in der Entwicklung der menschlichen Rasse, nur in dem Vorhandensein mehr technischer Hilfsmittel. Nach wie vor treiben Machtgier, Herrschsucht, Liebe, Hass und Neid die meisten Menschen um, so wie zu allen Zeiten seit den Ur-Anfängen der menschlichen Rasse; und die, die anders sind, Besseres wollen, werden meist nicht gehört, verlieren gegen die Korruptheit der Mächtigen.

Mussten seinerzeit sich Menschen noch Auge in Auge gegenüberstehen, wenn sie sich töten wollten, weil irgendein Herrscher oder Demagoge das so wollte, so kann heutzutage dieser Herrscher, Demagoge, ganz einfach ganz alleine mit einem Knopfdruck mehr Kräfte freisetzen, als sein Verstand begreifen kann, um ganze Völkerscharen auszurotten. Skrupel hatte so ein Individuum damals nicht, denn für ihn waren Menschen, besser gesagt „Untertanen“, nur dazu da, seinen Zwecken zu dienen. Ist das heutzutage anders, besser geworden? Ich denke, mitnichten.

Wir können schneller miteinander kommunizieren, aber tun wir das auch? Ich kann mich persönlich noch an Zeiten ohne Internet, ohne E-Mails erinnern, als ich mit meiner spanischen Freundin handgeschriebene Briefe tauschte; und wir kommunizierten öfter und intensiver miteinander als heutzutage mit den viel schnelleren E-Mails. Aber nur deshalb, weil die Kommunikation schneller erfolgen kann, heißt das nicht, dass wir alle uns auch besser und schneller verstehen, denn dazu gehört mehr als nur eine schnelle Verbindung.

Schnelle und preisgünstige Verbindungen haben wir auch, was unsere Fortbewegung betrifft (wenn man da mal die Deutsche Bahn außen vor lässt ? ). Aber das beinhaltet leider, dass auch Menschen reisen können, die das eigentlich von ihrem Intellekt her gar nicht tun sollten. In andere, vor allem ferne Länder zu reisen, sollte einen „Führerschein“ über Sitten und Gebräuche und das Benehmen in diesen Ländern erfordern. Ich kann mich da an einige Begebenheiten während meiner Reisen erinnern …

Wir haben Strom, um unser Dasein zu erhellen, um Maschinen anzutreiben, aber den Geist vieler zu erhellen, dazu ist er leider nicht imstande.

Ich wünsche all meinen Lesern eine gute Zeit.