Donnerstag, 26.12.2019

Früher, in meiner Kindheit, verliefen der Heilige Abend und Weihnachten viel, viel bescheidener als heutzutage. Normalerweise ernährten wir uns weitgehend autark, denn ich wuchs auf dem Land auf, seit Generationen wurde Landwirtschaft und Weinbau betrieben, es wurden Schweine gemästet – und geschlachtet, zu ganz besonderen Ereignissen, wie meiner Konfirmation, auch mal ein Rind; die wurden aber normalerweise als Zugtiere verwendet, lieferten Milch, die an die Molkerei geliefert wurde, von der wir dann Butter erhielten. Zeitweise hatten wir Ziegen, deren Nachwuchs im Frühjahr bewundert, mit uns Kindern fotografiert … und dann geschlachtet und gegessen wurde.

Heiligabend abends war unsere Gaststätte ausnahmsweise geschlossen, aber schon am 1. Weihnachtsfeiertag war sie wieder geöffnet.

Für das Abendessen an Heiligabend wurde ausnahmsweise in der nahegelegenen Kleinstadt in einem „Delikatessengeschäft“ eingekauft, und zwar reichlich Fleischsalat und für jeden eine Scheibe gekochten Schinken, Dinge, die heute selbstverständlich sind, über die sich die meisten keine Gedanken machen. Ich normalerweise auch nicht – außer an Heiligabend.

Natürlich gab es Geschenke: Die Puppe bekam ein neues Kleid, und meist gab es ein neues Kartenspiel, mit dem sich die ganze Familie den Abend über vergnügte. Mein Vater bekam u. a. ein kleines Stück Räucheraal, heute würde man sagen, es war „für einen hohlen Zahn“, das er dann noch mit mir teilte, denn fast alles, was meinem Vater schmeckte, das schmeckte auch mir 😉.

Es war nicht so, dass wir arm waren, im Verhältnis zu Tagelöhner-Familien z. B. ging es uns auch damals schon sehr gut, aber die Konsum-Gesellschaft war noch nicht erfunden worden. Und vielleicht wäre es besser gewesen, sie wäre das auch nie.

Verwobene Geschichten

In meiner Familienchronik ist zu lesen, dass es einen Bäcker gab, * 1853, der in London lebte und arbeitete, dort seit 1885 mit einer Engländerin namens Andrews verheiratet war, 9 Kinder zeugte, im vornehmen Stadtteil Highgate wohnte, und im Dezember 1916 an „Schwindsucht“ starb. Daraufhin unterrichtete die Witwe die Familie, dass sie der Kinder wegen, damit diese keinen Nachteil hätten, den deutschen Namen abgelegt und ihren Mädchennamen als Familiennamen angenommen hätten. Das ist die Vorgeschichte.

In der Familienchronik ist auch die damalige Londoner Adresse verzeichnet. Und klar, dass ich auf Google Earth schaute, ob es sie immer noch gibt. Und lt. Google Earth müsste es sie noch geben.

Als dann der aus England stammende Fagottist unseres Trios mal wieder nach London reiste, nahm er den Auftrag mit, diese Anschrift zu erkunden. Und es kam dabei zupass, dass er sowieso in diesen Stadtteil wollte, weil:

Er hatte einen Freund, dessen Kinderfrau (sowas hat man natürlich) eine glühende Verehrerin von Karl Marx gewesen war, und aus diesem Grund auf dem Friedhof von Highgate, wo auch K.M. begraben ist, bestattet worden war. Und dieser Freund bestimmte, dass nach seinem Tod seine Asche genau dort, bei seiner Kinderfrau, der er näher stand als seiner „richtigen“ Familie, verstreut werden solle. Und seine Freunde taten dies auch – in einer Nacht- und Nebel-Aktion, heimlich, still und leise.

Und deshalb wollte Dennis, der Fagottist, also zu diesem Friedhof, in diesen Stadtteil. Aber:

Google hatte gelogen, ein Haus mit der verzeichneten Nummer gab es nicht mehr, aber auch den Friedhof besuchte er nicht, denn es hatte dann angefangen zu regnen, und Dennis hatte keinen Schirm dabei. 😊

Nun sah ich dieser Tage auf Netflix mir einen Film an mit Diane Keaton: „Hampstead Park – Aussicht auf Liebe“, und da hatte D.K. ein Date, und die Einladung dazu lautete: „Wir treffen uns bei Karl.“ Eben Karl Marx. Also sah ich nun wenigstens Bilder dieses Friedhofs.

Dienstag, 24.09.2019

Heute war wieder meine Perle hier. Aber ansonsten war es ein ruhiger Tag. Und deshalb habe ich endlich meine wenigen Bilder aus München verarbeitet und zeige sie Euch hier.

Das Hotel lag recht nahe am Hauptbahnhof, wie ich schon berichtete, und die Zimmer waren in Ordnung. Vor allem gab es im Eingangsbereich und im Bad, wo gefliest war, Fußbodenheizung, die man selbst an- und ausschalten konnte. Das Bett war recht groß, es hätte für zwei gereicht 😉.

Ein Blick aus dem Fenster zeigte mir gleich, dass es da ein Lokal mit Garten gab, was bei dem schönen Wetter zum Draußensitzen einlud, und die Speisenkarte lud mich am Nachmittag ein, einen Apfelstrudel mit Vanilleeis und Sahne zu essen.

Erst bei näherem Betrachten entdeckte ich dann die bepflanzten Dächer des angrenzenden Gebäudes, in dem sich im Erdgeschoss (außer dem Lokal) eine Einkaufspassage und Kinos (weiteres entzieht sich meiner Kenntnis) befanden.

In der Stadt habe ich nur ein Foto gemacht, als ich auf Judith wartete, die noch mal für kleine Mädchen musste.

Ich kenne ja München schon seit 1959, damals besuchte ich dort in den Schulferien eine Cousine, später waren wir mal mit meinem Sohn dort, als der 1978 an den Deutschen Meisterschaften im Luftgewehr-Schießen teilnahm. Mein verstorbener Mann arbeitete fast 20 Jahre in München, dadurch kam ich in dieser Zeit öfter hin, da ich ihn immer mal wieder besuchte. Deshalb ist Fotografieren in München auch nicht mehr so mein Ding, im Gegensatz zu Judith, die noch nie dort war.

Dann gab es heute doch noch eine positive Meldung aus London: Der Supreme Court erklärte die von Mr. Johnson verhängte Zwangspause für das Parlament als rechtswidrig, das Parlament kommt morgen wieder zusammen. Wenn die Sitzung auf phoenix übertragen werden sollte, schaue ich mir das selbstverständlich an. Dem Kommentar von Jens-Peter Marquardt – https://www.tagesschau.de/kommentar/urteil-gegen-johnson-101.html – kann ich nur zustimmen.

Reisen

Da am Wochenende bei mir so gar nichts Berichtenswertes sich ereignete, greife ich hier ein Thema auf, das ich mir notiert hatte, um es für solche Tage zu verwenden.

Früher bin ich viel gereist, mit meinem zweiten Mann seit Ende der sechziger Jahre immer mal. Kurzreisen nach Paris, ein bisschen länger nach England, denn dort hatten wir Freunde, bei denen wir meist wohnen konnten, einmal hatten wir auch Bekannte mitgenommen, was ein ziemliches Desaster war (aber das könnte mal eine andere Geschichte werden), in den Sommerferien nach Südfrankreich, immer mit Zwischenstopp in Beaune/Burgund, wo wir mal einen Wochenendtrip hin gemacht hatten, und wo wir immer wieder gerne aßen 😉, 1983 in die USA, wo ich dann 1987 noch mal alleine war und dort auch im Jugendamt Dallas als Volunteer arbeitete.

1991 war ich ein Vierteljahr in Thailand.

Dann mit meinem dritten Mann nochmal nach East-Anglia, das aber damals schon sehr teuer geworden war, auch mit unerwarteten Wendungen, wieder mal Burgund, aber ein anderer Teil, die Loire-Schlösser, dann unsere langjährigen Spanienreisen, meist 5 – 6 Wochen lang. Alles mit dem Pkw, da mein Mann nicht fliegen wollte.

Dann nach seinem Tod machte ich die große Reise nach Rajasthan, sehr interessant, aber auch irgendwie verstörend, aber das könnt Ihr in meiner Website http://www.70plus-na-und.de ausführlich lesen, wenn es Euch denn interessiert.

Aber nie fuhren wir in diktatorisch regierte Länder, nie in Länder, in denen die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. So verzichtete ich auch 2009 oder 2010 auf eine Reise nach China … und ließ mir lieber eine neue Klarinette bauen 😊.

Und in dieser Beziehung ist die Welt für mich kleiner geworden. Viele, früher doch wenigstens einigermaßen rechtstaatliche Länder haben sich gewandelt: Ungarn, Polen, die Türkei beispielsweise sind entschieden nach rechts gerückt.

Was mich aber vor allem stört, sind die entsetzlichen Touristenströme, die überall auftreten. Und damit gehen natürlich auch Reglementierungen einher, die es früher nicht gab. Konnten mein zweiter Mann und ich seinerzeit, so ca. 1970/71, in Cambridge noch frei überall herumlaufen, auch einfach so in die verschiedenen Colleges, bis in die Versammlungs- und Essenssäle, war das dann 1997, als ich meinem dritten Mann Cambridge zeigen wollte, schon gar nicht mehr möglich: die Colleges waren geschlossen, ein paar konnte man gegen Bezahlung besichtigen, und man musste auch auf ausgewiesenen Touristenpfaden bleiben. Auch die Kirche des King’s College, wo wir in den 70er Jahren noch das gerade damals von einem Säure-Attentat geschädigte Gemälde von Rubens „Anbetung der Könige“ anschauen konnten, war nicht mehr zugänglich, die ganze Flussseite der Colleges war mit einem Zaun abgesperrt.

Ich habe noch Dias vom Nasriden-Palast der Alhambra in Granada, wo fast kein Mensch darauf zu sehen ist. Auch das wird sicher mittlerweile der Vergangenheit angehören und nicht mehr möglich sein (wenn man denn nicht Sonderrechte hat und außerhalb der eigentlichen Öffnungszeiten Zutritt hat).

2013 war ich in Istanbul, das war meine letzte Auslandsreise. Dort wäre ich gerne nochmal hingefahren, aber nach der politischen Entwicklung dort verkneife ich mir das lieber.

Und wenn ich Bilder sehe von Karawanen von Menschen, die auf den Himalaya steigen, oder auf Dromedaren durch eine chinesische Wüste reiten,  oder diese Riesen-Kreuzfahrtschiffe, die mit einem Schiff, wie ich es mir vorstelle, keine Ähnlichkeit mehr haben, dann vergeht mir die Lust auf Reisen endgültig.

Vielleicht nochmal Frankreich oder Irland, wir werden sehen. Am besten Frankreich abseits der großen Touristenströme, das müsste es dort noch geben, hoffe ich jedenfalls.

Wochenende 03./04.08.2019

Da sich an diesem Wochenende bei mir nichts Erzählenswertes ereignet hat, außer dass ich einen großen Topf Gemüsesuppe bereitete und mir die „Finals“ aus Berlin anschaute, erzähle ich Euch heute (wie vor ca. 2 Wochen versprochen) von meiner „Beziehung“ zu Tamarinden:

Als ich 1987 in Dallas arbeitete, wohnte ich in der Tamarinde-Road; ich nahm zwar an, dass das eine Pflanze sei, denn in dieser Gegend waren alle Straßen nach Pflanzen benannt (so wie es hier in D auch oft üblich ist), aber ansonsten kümmerte ich mich da nicht drum, außerdem hatte man ja auch noch kein Internet und seine Suchmaschinen, die man befragen konnte, und um dazu Lexika zu befragen, hätte ich eine öffentliche Bibliothek aufsuchen müssen.

Die ersten realen Tamarinden „begegneten“ mir auf Märkten in Thailand, das war so ca. 1990; ich kaufte sie damals für wenige Bahts, aber ich wusste nicht, dass es Tamarinden sind, denn dort heißen sie ja anders.

Als ich damals einen Dschungel-Trip mitmachte, waren in der kleinen Reisegruppe auch zwei etwas hochnäsige und etepetete Französinnen. Wir besuchten u. a. eine Tropfsteinhöhle, und davor lag ein riesiger Berg dieses Zeugs, das ich ja kannte, und von denen ich einige aufhob und einsteckte und aß … und diese beiden Französinnen sagten „Igittigitt“ und rümpften ihre Näschen über mich. Der Reiseleiter versicherte ihnen zwar, dass dieses Zeugs genießbar sei und absolut nicht gefährlich, aber „Futter“ vom Boden aufzuheben, widersprach wohl ihrer Hochnäsigkeit 😉.

Erst jetzt, bei den auch exotischen Gemüsen und Früchten, die Metro bzw. sein Lieferdienst getnow anbieten, entdeckte ich Tamarinden, recherchierte sie im Internet und erkannte, dass das diese Früchte waren. Und auch Metro bezieht sie aus Thailand. Und ich hatte mal wieder für meine Freund*innen eine Überraschung.

Übrigens: sie haben 0 kcal, 0 Fett, sind also völlig unbedenklich zu genießen 😉.

Europa und die Wahl

Ich gehe zu dieser Wahl, so wie ich nach Möglichkeit zu allen Wahlen gehe. Und ich mache keine Briefwahl, ich gehe persönlich hin. Einmal ist mein Wahllokal nicht weit von meiner Wohnung entfernt, so das ich es auch als nicht mehr so ganz fitte ältere Frau gut erreichen kann, zum anderen habe ich früher selbst schon als Wahlhelfer bzw. Wahl-Schriftführerin gearbeitet und weiß, wie öde es ist, wenn man da sitzt und kaum einer kommt. Aber dies nur am Rande.

Ich weiß noch, wie es war ohne die EU!

Als ich ein Kind war, mussten meine Eltern und meine Großmutter noch ein Visum bei der dortigen französischen Besatzung beantragen, wenn sie zu Verwandten ins Saarland fahren wollten. Dann „kungelte“ Adenauer mit de Gaulle in meiner damaligen Kreisstadt und eine erste deutsch-französische Annäherung fand statt, während meine Erzeugerin und deren Mutter immer noch die Franzosen als „Erbfeind“ ansahen. Und zwischen dieser meiner Kreisstadt Bad Kreuznach und der französischen Stadt Bourg-en-Bresse wurde die erste Städtepartnerschaft gegründet.

Ich besuchte das Gymnasium, lernte Französisch, hatte auch eine französische Brieffreundin, Yolande, von der Schule bzw. der Französisch-Lehrerin vermittelt, in Revin, einem kleinen Ort in den Ardennen. Sie besuchte uns einmal während der Schulferien, ich durfte natürlich nicht in Feindesland fahren. Gut erinnere ich mich daran, dass wir einen Ausflug nach Rüdesheim und Bingen machten und sie sich weigerte, zum Niederwald-Denkmal zu fahren. Für mich war das nur ein toller Aussichtspunkt; ich wusste damals noch nicht, dass diese „Germania“ zur Feier eines Sieges über die Franzosen 1871 errichtet worden war, sie ja.

Langsam ging es nur voran, noch lange brauchte man unterschiedliches Geld, wenn man ins Ausland reiste, noch lange gab es Zollkontrollen, auch wenn sie nach und nach etwas weniger streng gehandhabt wurden, und man als Urlaubsreisender meist durchgewunken wurde.

Mein zweiter Mann und ich, wir fuhren oft nach Frankreich in Urlaub, es gefiel uns dort. Einmal 1975, nach dem leider allzu frühen Tod meines Vaters, nahmen wir meine Erzeugerin mit nach Südfrankreich in den Urlaub – einmal und nie wieder. Ich werde nie vergessen, wie sie während des Besuchs eines Cafés in Beaune in Burgund, wo wir immer gerne Station machten, sagte: „Komisch, wenn die Leute nicht anders reden würden als bei uns, dann würde man gar keinen Unterschied merken.“ Worauf ich antwortete: „Was hattest Du denn gedacht? Dass die Leute blau-gelb kariert wären?“ Natürlich war sie über meine Antwort beleidigt, aber das war sie die ganze Zeit über, hatten mein Mann und ich sie doch ins Land des Erbfeindes verschleppt 😊.

Und dann irgendwann ab 1990 gab es gar keine Zollkontrollen mehr, und ich weiß noch, dass ich es fast gar nicht glauben wollte, als wir das erste Mal einfach von einem Land in ein anderes fahren konnten, ohne an der Grenze zweimal kontrolliert zu werden. Es war für mich ein erhebendes Glücksgefühl, dass es so weit gekommen war!

Und dann kam der Euro – alles wurde teurer ☹. Aber man musste auch kein Geld mehr tauschen, weder für Frankreich, noch für Spanien.

Nur die Großbriten machten bei allem nicht so recht mit, und dafür bekamen sie auch noch Zucker … Aber damit ist ja jetzt Schluss – leider.

Also, ICH möchte die EU nicht missen!!! Natürlich ist sie nicht perfekt, aber das sind auch ihre Bewohner nicht, denn sie sind ja Menschen – und keine Götter 😊! Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, wie wir wissen.

Natürlich würde ICH einiges anders machen: Zuerst einmal würde ich das „Einigkeitsprinzip“ abschaffen und das „Mehrheitsprinzip“ einführen, so wie es auch in den einzelnen Ländern gang und gäbe ist. Ich würde Ländern wie Polen, Ungarn, den sogenannten Visegrad-Staaten also, den Geldhahn zudrehen; denn man kann nicht für sich nur die Vorteile abschöpfen, aber einem selbst unangenehme Dinge einfach ignorieren; jede Gemeinschaft kann nur bei gegenseitigem Geben und Nehmen funktionieren. Und ich würde auch die Beitrittsgespräche und die damit verbundenen Zahlungen an die Erdogan-Türkei auf Eis legen. Vielleicht kommen ja einmal andere Zeiten.

Die „tollen Tage“,

auch „fünfte Jahreszeit“ genannt, Fastnacht, Karneval (vom lateinischen „Carne vale“ – Fleisch ade), gehen seit einigen Jahren einfach spurlos an mir vorbei.

Früher war das anders, früher war ich eine leidenschaftliche Fastnachtsnärrin, arbeitete viele Jahre in Mainz, für meinen Arbeitgeber, die Uni-Klinik, gab es im Kurfürstlichen Schloss eine eigene große Sitzung mit all den bekannten Größen der Saison, viele kannte ich auch als Patienten der Klinik.

Die Mutter meines zweiten Mannes stammte aus Köln, und so fuhren wir ab und zu über die tollen Tage mit der ganzen Sippschaft dorthin, um daran mit Begeisterung teilzunehmen.

Mein dritter Mann dann, der aus Hamburg stammte, hatte mit diesem ganzen „Zinnober“ nichts am Hut. Und als er sich dann endlich auf mein Drängen dazu durchgerungen hatte, sich zumindest mal die berühmte Mainzer Sitzung anzuschauen und -hören, verstarb er an einem sehr aggressiven Krebs.

Und seltsamerweise ist damit meine Begeisterung für Fastnacht und Karneval vollständig verschwunden. Ich habe damit nichts mehr am Hut. Erklären kann ich mir das nicht, denn es hat zwar lange gedauert, bis ich seinen Tod vollständig verarbeitet hatte, aber das ist vorbei, ein neuer Lebensabschnitt hat begonnen. Aber Fastnacht und ähnliche Dinge interessieren mich nach wie vor nicht.

Trotzdem wünsche ich Allen, die sich daran erfreuen (oder auch nicht), eine gute Zeit.

Mittwoch, 09.01.2019

Am Morgen eigentlich um 11 Uhr Termin bei der Podologin, auf dem Rückweg Hauptwache-Brötchen kaufen … eigentlich. Beim U-Bahn-Umstieg an der Hauptwache eine Durchsage: „Die Züge verkehren wegen eines Notarzteinsatzes nur bis …, ab da für 2 (oder 3?) Stationen ist ein Ersatzverkehr mit Taxis eingerichtet.“ Da ich mich auf diesen Ersatzverkehr nicht verlassen wollte, denn ich bin damit schonmal falsch gefahren ?, rief ich in der Praxis an und sagte den Termin ab. Als ich zum Bäcker ging, hörte ich, dass die Züge wieder langsam anrollen würden. Aber das war mir dann auch egal. Ich holte meine Brötchen und fuhr nach Hause.

Als ich wieder zuhause war, rief der Chef dieses Therapiezentrums an und bot mir, damit ich nicht des Termins verlustig gehe, einen für morgen, 16 Uhr, an. Ich nahm ihn an, obwohl: doppelte Fahrtkosten; andererseits erkennt man, dass sich dieser Herr um seine Kunden kümmert, und er weiß ja nicht, dass ich jede Fahrt einzeln zahle, da sich eine Zeitkarte für mich nicht lohnt; das habe ich schon mehrfach durchgerechnet. Und wir umgehen so, gegenüber der Krankenkasse begründen zu müssen, warum dieser Termin ausgefallen wäre.

Am Abend zum Skat spielen. Eigentlich hätte ich vielleicht geschwänzt; aber nachdem W. mich gestern am späten Abend noch angemailt hatte, ob ich käme, und dass er nur diesen Mittwoch könne im Januar, da musste ich natürlich zusagen ?. Und fast habe ich gewonnen, nur W. hatte mehr Punkte. Es war also alles in allem ein erfolgreicher Abend. Auch da sind die Fronten geklärt, nachdem eine Mitspielerin wissen wollte, warum er sich denn mit mir, und nicht mit einer anderen Dame der Skatrunde trifft.

Ich habe dann noch eine Mail an Mohammed geschrieben, die mir sehr am Herzen lag. Manchmal muss man eben die Fronten klären, und dieser Abend bot sich dafür an. 

Dienstag, 08.01.2019

Am Morgen sagte die DHL-Sendungsverfolgung, dass das Paket nun heute geliefert wird. Es kam sogar noch am Vormittag – aber leider passt das Teil nicht, ich stecke darin wie in einer Wurstpelle. Also wieder zurück; das tut mir richtig weh, denn es war so ein tolles Teil, hätte fantastisch zu meiner Sommerhose gepasst. Aber da es im Second-Hand-Laden gekauft war, gibt es das nicht etwas größer. Na ja, es gibt Schlimmeres.

Am Nachmittag zum Friseur. Dann versuchte ich, einen Termin für den 12.02. in einem Bürgeramt zu bekommen, denn ich brauche einen neuen Personalausweis. Aber diese Termine werden erst ab nächster/übernächster Woche freigeschaltet. Donnerstag will ich zum Fotografen für ein Passfoto.

Am Abend in der Nähe Silvester-Feuerwerk; da hat wohl jemand ein paar Raketen und Böller gefunden, die er vergessen hatte ?.

Montag, 07.01.2019

Der Alltag hat mich wieder:

Zahnarzttermin für kommenden Montag vereinbart; seit Weihnachten (wie üblich) drückt meine Oberkieferprothese, und ich helfe mir damit, dass ich sie einklebe. Also muss da endlich Abhilfe geschaffen werden. Meinen hervorragenden persischen Zahnarzt hatte ich am Freitag auch dem freundlichen Service-Mann des persischen Lokals empfohlen.

Dann wollte ich mit der Pflegedienst-Dame telefonieren wegen des Termins zur Schulung meiner Perle; aber wie schon vor den Feiertagen bekomme ich nur die Ansage, dass diese Nummer nicht existiert, obwohl ich sie nochmal mit dieser Dame abgeklärt hatte. Seltsam! Nun muss ich also darauf warten, dass sie sich wieder bei mir meldet.

Grünen-Chef Habeck hat alle seine Konten bei den sogenannten „sozialen Medien“ stillgelegt und will da nichts mehr veröffentlichen. Gut so, Herr Habeck! Ich stand diesen Medien schon immer kritisch gegenüber und habe dort nie etwas gepostet. Ich sah noch nie einen Sinn darin, dass Leute wie Mr. Zuckerberg und Konsorten mit meinen Daten ihre Millionen verdienen.

Mein Kleid von ubup, das am Freitag in Berlin weggeschickt wurde, und eigentlich schon am Samstag bei mir ankommen sollte, kam auch heute nicht, und bei der Sendungsverfolgung ist auch nichts zu erfahren. Also bleibt mir nichts anderes übrig als mich in Geduld zu üben … und in Zukunft besser entweder am Wochenende oder spätestens am Montag meine Bestellungen dort aufzugeben.

Unser Spanisch-Treffen war sehr unterhaltsam. Leider können wir uns nun erst wieder am 29.01. treffen. Das ist zwar der letzte Termin des Arabisch-Kurses, aber da der Lehrer beschlossen hat, dass wir da in ein recht weit entferntes libanesisches? Lokal gehen sollen/wollen, und ich da sowieso nicht mit hin wollte, ist das o.k.