Montag, 12. April 2021

Von meiner „Erzeugerin“, wie ich sie auch in meinem Buch nenne, durfte ich nie etwas erwarten. Alles sollte für ihren vergötterten Sohn sein, der sich dann zu Tode soff, was sie aber nie einsehen wollte.

Ich weiß noch, dass es in ihrem Haus mehrere alte Petroleumlampen gab, und mein damaliger Mann und ich baten um eine. Aber wir bekamen zur Antwort, dass alles, was im Haus ist, darin zu bleiben habe, denn das alles gehöre einmal ihrem Sohn.

Mein damaliger zweiter Mann nahm sich Urlaub, um mit meinem Bruder zusammen ihr Haus neu anzustreichen. Erwähnt wurde von ihr immer nur, dass ihr Sohn das getan hat. Dabei brauchte der sich keinen Urlaub zu nehmen, denn er arbeitete damals als Koch saisonal (im Sommer auf Sylt, im Winter in Arosa oder Davos).

Wie gesagt, ich sollte nichts bekommen – und habe es dann doch, da mein Bruder sich an seinem 50. Geburtstag den letzten Schnaps gönnte und meine Erzeugerin dann auch verstarb, ohne ein neues Testament zu hinterlassen.

Nur diese Sch…Krankheit, die bei ihr aber nicht so ausgeprägt war und sich hauptsächlich im Zittern des Kopfes zeigte, hat sie mir vererbt! Darauf könnte ich gerne verzichten! Da kommt mir die Galle hoch!

Wochenende, 10./11.04.2021

Nach dem anstrengenden Freitag ein ruhiges Wochenende. Ich rief manche Freundinnen an, um zu berichten oder wurde angerufen.

Die Unterlagen, die mir mitgegeben wurden, d. h. es ist eine Internet-Adresse mit Zugangsdaten zu den speziellen Seiten der von Herrn Dr. von Hirschhausen unterstützten „Entscheidungshilfe“ von „Share to Care“, habe ich mir noch gar nicht angesehen. Es eilt ja nicht, und im Prinzip weiß ich, was auf mich zukommen wird. Und ich bin nun auch bereit dazu. Das Zittern scheint ständig schlimmer zu werden, so kommt es mir vor. Und ehe ich dann mich füttern lassen muss, weil mir alles von der Gabel oder dem Löffel fällt, nehme ich lieber eventuelle Nebenwirkungen in Kauf, die beide Methoden haben, sowohl die THS (Tiefe HirnStimulation) als auch die MRgFUS (MagnetResonanz gesteuerter fokussierter Ultraschall). Hoffen wir nur, dass ein Eingriff auch nach CT und MRT noch infrage kommt.

Ich hoffe, dass W. in der kommenden Woche wenigstens einen Tag/eine Nacht hier in F ist; ich würde gerne mit ihm darüber reden. Er ist mir schließlich der nächste Mensch, wenn auch unter besonderen Umständen 😉.

Ich fühle so einen tiefsitzenden Hass in mir, Hass gegen meine „Erzeugerin“, „Gebärerin“, das kann sich niemand vorstellen! Darüber werde ich morgen schreiben.

Ich finde dieses Gerangel um Corona-Maßnahmen oder nicht schlichtweg zum K…! Es scheint, dass vielen Ministerpräsidenten das Wohlwollen der Wirtschaft mehr bedeutet als die Gesundheit ihrer Bürger. Da lobe ich mir doch das präsidiale System wie z. B. in Frankreich. Es kann doch nicht jeder an einem anderen Strang ziehen! Ich würde es sehr begrüßen, wenn es eine einheitliche Regelung geben würde. Gestern hörte sich das von den MPs auch noch so an, heute verfallen sie wieder in ihre alten Muster.

Freitag, 9. April 2021

Ich schreibe meinen Bericht ausnahmsweise erst am Samstag, da ich gestern Abend, nach fast 18 Stunden unterwegs schlichtweg keinen Bock mehr dazu hatte.

Also: Für 6 Uhr hatte ich ein Taxi bestellt, das auch wieder überpünktlich kam, so dass ich ein paar Minuten nach 6 Uhr schon am Bahnhof war. Mein Zug war schon „geparkt“, und ich konnte mir Zeit nehmen, um zu meinem Wagen zu gelangen, der – natürlich – am Ende der Reihe bzw. am Anfang des Zuges stand.

Die Hinfahrt ohne Probleme und pünktlich; mit Ausnahme der Bahn-App, die mir erklärte, dass ich den Anschlusszug in HH-Altona nicht erreichen würde und umdisponieren müsse. Jedoch war es da an HH-Hbf (ein schrecklicher Bahnhof!) erst 11:30 Uhr, und mein Zug sollte 11:57 Uhr in HH-Altona abfahren – das passte.

Meine Freundin Annegret holte mich wie vereinbart ab und mit dem Taxi ging es zum Neurozentrum. Dort erstmal Aufnahme, und dann – pünktlich – zum Arzt. Es folgten die üblichen neurologischen Untersuchungen. Und man wird mich zu weitergehenden Untersuchungen/Vorbereitungen für ein paar Tage in die neurologische Tagesklinik einladen, während der ich bei meiner Freundin Helga wohnen könnte, wobei da noch zu klären wäre, wie ich jeweils in die Klinik und zurück komme. Aber erstmal muss ich hier ein neues CT und MRT vom Schädel machen lassen.

Der junge Assistenzarzt, der mich untersuchte, kommt aus meiner Nähe, hat in Mainz studiert, wo ich ja auch in der Uniklinik arbeitete.

Ein Problem gibt es: Ich entspreche nicht der Norm 😀 Bei den meisten Patienten ist die dominante Seite am stärksten betroffen, bei mir aber nicht. Ich bin Rechtshänderin (gezwungenermaßen geworden?), jedoch ist meine linke Hand am stärksten betroffen. Deshalb hoffe ich, dass sie mich in eine Studie aufnehmen. Denn die GKV bezahlt nur eine Seite, wenn ich aber in eine Studie übernommen würde, könnte man auch die zweite Seite mit dieser neuen MRgFUS-Behandlung bearbeiten. Schaun wir mal und hoffen das Beste.

Ich war dann wieder frühzeitig am Bahnhof, mein Zug wurde noch gereinigt. Dann hatte er wegen Problemen mit einem vorausfahrenden Zug Verspätung, ich hätte meinen Anschluss in Kassel nicht erreicht. Also stieg ich in Göttingen aus, wartete – eigentlich – auf den ICE 877 (diese Nummer habe ich mir behalten 😉), aber vorher kam ein anderer ICE, der auch nach Frankfurt Hbf fuhr, und so nahm ich den, und erreichte gegen 23:30 Uhr F Hbf.

Am unbequemsten an der Reise fand ich dann nach so vielen Stunden das Tragen der Maske ☹.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende.

Donnerstag, 8. April 2021

Heute am Morgen zu meinem Hausarzt, Laborwerte in Ordnung. Dann nochmal Seelachsbrötchen zum Mittagessen.

Siesta. Dann um 16 Uhr Spanisch via Skype.

Anschließend meine Sachen in eine größere Tasche gepackt für morgen. Irgendwie gefällt mir das nicht. Ich bin meine übliche Tasche gewohnt, und nun ist alles anders – für einen Tag.

Tablet und Handy aufgeladen. Ladekabel natürlich auch eingepackt, ebenso Kopfhörer. Ich habe 3 FFP2-Masken dabei: eine für die Hinfahrt, eine für die UKSH, eine für die Rückfahrt; das ist mir meine Gesundheit wert.

Kurz nach 18 Uhr Taxi bestellt für morgen früh um 6 Uhr (mein Zug soll ca. 6:50 Uhr abfahren).

Meine Freundin Helga in Kiel nochmal angerufen. Sie hat schon ein paar Dinge zum Essen eingekauft, extra für mich, für den Fall, dass ich bei ihr übernachten würde. Meine Freundin Annegret, die mich am Bahnhof in Kiel abholen möchte, habe ich leider nicht erreicht. Aber ich habe keinerlei Bedenken; wenn sie sagt, dass sie kommt, dann tut sie das auch. Sie rief mich dann zurück. Alles wird gut!

Schaun wir mal, wie ich die Nacht überstehe.

Mittwoch, 7. April 2021

Am Morgen also gleich per Smartphone meine Tagesfahrkarte für den ÖPNV gekauft, kurz nach 9 Uhr los zum Hausarzt zum Blutabnehmen – in einer Winterjacke mit Kapuze, für alle Fälle, denn es waren Schnee und Graupel angekündigt. Muss das sein, wenn ich raus muss?!

Ich bin etwas verschnupft. Normale Erkältung oder Nachwirkung vom Impfen? Muss ich morgen den Arzt fragen, denn meiner impft auch mit AstraZeneca.

Auf dem Rückweg zum Fischladen, ich hatte Lust auf Seelachsbrötchen. Mit den Verkäuferinnen ins Gespräch gekommen über die UKSH Kiel. Eine der Damen war hellauf begeistert von denen; sie wären die einzige Klinik gewesen, die einer Cousine, die Probleme während der Schwangerschaft hatte, helfen konnte. Sie selbst hat einen Sohn, der seit einer Hirntumor-OP an Epilepsie leidet, und die auch hofft, dass man ihm irgendwann einmal helfen kann. Alle wünschen mir viel Glück.

Kurz nach 14 Uhr dann wieder los zur Podologin. Beim Umsteigen in der Innenstadt Fahrstuhl defekt. Also musste ich mit meinem Rollator eine Treppe nach unten, mühsam, sehr mühsam, sage ich euch; und kein Ausländer in Sicht. Alle Deutschstämmigen liefen an mir vorbei. Erst als ich dann am letzten Treppenabsatz war, kam eine Frau ausländischer Abkunft und bot mir Hilfe an.

Dienstag, 6. April 2021

Heute habe ich es endlich geschafft, ein paar Sachen bei getnow zu bestellen, denn von denen hatte ich noch einen Geburtstagsgutschein über 10 €, und den wollte ich nicht verfallen lassen, auch wenn sie hier nur noch per DHL ausliefern. Frische Sachen, Tiefkühlkost und weitere sind sowieso nicht mehr im Angebot, nur noch haltbare Lebensmittel. Aber z. B. das Gulasch, das sie in Dosen haben von Simon, das ist ganz vorzüglich, und das gibt es sonst nirgends, zumindest nicht in kleinen Dosen. Und auch die Pasta von Montegrappa ist die beste, die ich kenne. Jetzt habe ich dann wieder Vorrat an diesen Dingen.

Am Morgen eine „Bestellung“ bei meinem Hausarzt aufgegeben per E-Mail. Da muss ich morgen hin zur Blutabnahme und übermorgen zur Besprechung. Diese Woche bin ich viel unterwegs.

Ostermontag, 05. Apr. 2021

Endlich meinen wöchentlichen Eintrag auf der spanischen Blog-Seite getätigt. Und meine Freundin Serafina kann sie nun auch lesen und hat gleich reagiert.

Kalt ist es geworden. Wenn es so bleibt, muss man wieder die Winterklamotten anziehen, und dabei hoffte man schon auf den Frühling. Wobei die Bäume in meinem Umfeld sich sehr schön mit frischem Grün schmücken.

Am Abend bestellte ich mir mal wieder etwas beim „Türken“: Döner-Teller. Ich hatte da schon mal einen von einem Restaurant in einem anderen Vorort, der so richtig gut war, und nun dort der zweite Versuch. Bis auf die Pommes, die heute nicht so knusprig waren, war wieder alles sehr wohlschmeckend.

Osterwochenende, 03./04.04.21

Ich habe mir die Neuverfilmung von „Mord im Orientexpress“ von und mit Kenneth Branagh angeschaut. Erst war ich etwas irritiert, da ich – klar – immer noch die Fassung mit Sir Peter Ustinov als Hercule Poirot im Gedächtnis hatte; davon muss man sich freimachen. Aber dann fand ich Geschmack an der Inszenierung von K.B.; und die Besetzung ist hochgradig: Dame Judi Dench, Michelle Pfeifer u. a.

Als ich letzte Woche diesen Radfahrer-Beitrag auf nebenan.de geschrieben habe, hatte ich mich schon eingestellt auf wüste Beschimpfungen ebensolcher „wüster“ Radfahrer. Aber ich hatte mich geirrt, ich bekam NUR positive Rückmeldungen – bis heute. Also bedankte ich mich bei Allen … und machte auch den Vorschlag einer „Versicherungsplakette“ für Radfahrer, damit könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Einmal wäre im Falle eines Unfalls sichergestellt, dass eine Versicherung den Schaden zahlen würde, zum anderen könnte man dann auch Fahrräder im sogenannten ruhenden Verkehr, die etwa ordnungswidrig abgestellt sind, verfolgen. Ich bin schon auf die Reaktion gespannt.