Bürokratie

In dem Buch „Die Grossmoguln“ von Bamber Gascoigne ist zu lesen:

„… all dies erforderte eine erhebliche Zunahme der Beamtenschaft, und die üblichen tragikomischen Possen der Bürokratie waren am Hof der Moguln genauso frustrierend wie anderswo auch.

Bevor ein neuernannter Offizier seine Bezüge erhalten konnte, musste folgende Prozedur durchgeführt werden:

Nachdem der Kaiser die Ernennung vorgenommen hatte und sie in den täglichen Hofbericht eingetragen war, wurde aus diesem ein Auszug angefertigt und von drei Beamten unterzeichnet, bevor er dem Offizier zuging, der die Zweitschriften zu erstellen hatte und eine verkürzte Fassung anfertigen musste, die von vier Beamten signiert und von einem Minister gesiegelt wurde. Die Kurzfassung ging an die Militärbehörde, die nun eine die Truppen des Offiziers beschreibende Urkunde anforderte. Sobald diese vorlag, wurde eine Gehaltsanweisung ausgestellt und in die Akten aller beteiligten Behörden eingetragen, bevor sie an das Finanzministerium ging, wo ein Konto angelegt und dem Kaiser zwecks Genehmigung vorgelegt wurde. Nach der formellen Billigung wurde eine Zahlungsanweisung ausgestellt und der Reihe nach dem Finanzminister, dem Oberbefehlshaber und dem Obersten Zahlmeister unterbreitet. Dieser schrieb die letzte Verfügung aus, die, nachdem sie sechs Leute aus drei Behörden unterschrieben hatten, vom Schatzamt als Vollmacht für die Auszahlung des Gehalts akzeptiert werden konnte.“

Bei dieser Prozedur, in die nach meiner Zählung mehr als 20 Leute involviert waren, drängt sich mir die Frage auf, ob der Mann, der befördert worden war, das alles noch erlebte 😉.

Wochenende, 27./28.06.2020

Wusstet Ihr, dass die meisten „Hexen“ im deutschsprachigen Raum hingerichtet wurden? Das las ich bei Manuel Fernández Álvarez im Buch „Johanna die Wahnsinnige“, und: „… Im 16. Jahrhundert waren die Prozesse gegen Hexen derart gang und gäbe, dass es sogar Formulare mit den Fragen gab, die die Richter den Hexen stellen sollten, z. B. im Elsass. Die Angeklagte wurde zuerst gefragt, seit wann sie Hexe sei, dann, warum, und schließlich, wie es dazu gekommen sei. Dann ging man schnell dazu über, alles über ihre fleischlichen Beziehungen mit dem Inkubus herauszufinden, über ihre teuflischen Flüche und ihre Teilnahme am Hexensabbat. …“

Als ich das mit den Formularen las, musste ich doch schmunzeln, so schrecklich das alles war. 😉 Bürokratie gab es also auch schon im 16. Jh.

Ansonsten: Das Wetter durchwachsen. Ich stellte nochmal Gewürznüsse her, dieses Mal ohne Erdnüsse, die schmeckten mir nicht so sehr.  

Wochenende, 13./14.06.2020

Da hier bei mir nichts Wesentliches los war am Wochenende, schicke ich Euch einen Beitrag, den ich bei feierabend.de fand; vielleicht könnt Ihr ja auch darüber schmunzeln:

Truthahn in Whisky

Man kaufe einen Truthahn von fünf Kilo für sechs Personen und eine Flasche Whisky, dazu Salz, Pfeffer, Olivenöl und Speckstreifen. Truthahn mit Speckstreifen belegen, schnüren, salzen, pfeffern und ein wenig Olivenöl dazugeben. Ofen auf Stufe 7 während zehn Minuten vorwärmen.

Sich ein Glas Whisky einschenken. Anschliessend den Truthahn auf einem Backblech in den Ofen schieben.
Nun schenke man sich zwei schnelle Gläser Whisky ein und trinke diese. Das Thermostat nach 20 Minuten auf 8 stellen, damit es ihn richtig drannimmt.
Man schenke sich drei weitere Gläser Whisky ein. Nach einer halben Dunde öffnen, wenden und den Braten überwachen.
Die Fiskiflasche ergreiff und sich eins hinter die Binde kippen. Nach einer weiteren halben Stunde bis zum Ofen hinschlendern und die Trute rumwenden. Darauf achten sisch an der verdammten Obendüre nischt die Hand su ferbrenenn.
Sich weitere fünf oder sechs Wiskigläser sisch oder so. Die Drude während dreis Schtunden raten und sich alleswansig Piluten beissen, wenn mögli zum Trut kriechen und den Ofen aus dem Vieh ziehen.

Nomal einen Schluggenehmigen und wieder versuchen das Biest rauszugriegen. Den Trut vom Boooden auflesen, mit einem Tuch abdurgten un auf eine Bladde hinrichten. Paa uff, das du nicht uff d Schnurre gheisch, weggen dem Fett auf dem Blöddli-Blöddli-bo… Wenn sich dorschdem nicht vermaiden läsd, fersuchen sich widder aufzurichten.
Ein wenig schlafen.
Am nächsten Tag den Truthahn mit Mayonnaise kalt essen, selbstverständlich nachdem man die ganze Schweinerei vom Vorabend aufgeräumt hat !
VIEL SPASS BEIM FESTESSEN !

geschrieben von Rolf Thalmann

Hilfeschreie

Da mein Wochenende absolut ruhig war, und ich nur übliche Dinge zu berichten hätte, hier eine kleine Begebenheit aus meinem früheren Leben. Ich erinnerte mich daran, als ich dieser Tage in den msn-Nachrichten las: „Hilfeschreie aus dem Gully“. Ich habe diesen Artikel nicht gelesen und weiß also nicht, was es damit auf sich hatte, aber ich erinnerte mich an einen Zeitungsartikel vor vielen Jahren mit der Überschrift „Frau schrie in der Gans um Hilfe“.

Unmöglich, meint Ihr? Nein, ganz und gar nicht. Aber ich werde Euch aufklären:

Bad Kreuznach, wo ich ca. 20 Jahre lang wohnte, liegt beiderseits der Nahe; Bad Münster am Stein, ca. 3 km entfernt, jedoch nur auf der linken Seite, da rechts hohe Felsen aufragen. Es gibt einen schönen Wanderweg auf der rechten Nahe-Seite von einem Ort zum anderen, wobei man dann in Bad Münster a/St. am „Rheingrafenstein“ entweder hinunter oder hinauf muss, je nach Gusto. Über die Nahe kommt man mit einer Fähre, per Hand an einem Stahlseil über den Fluss gezogen, auch heutzutage noch, wie Wikipedia erzählt.

Wir machen uns also auf den Weg, hoch zum Rheingrafenstein, und dann weiter auf der Höhe Richtung Bad Kreuznach, und da „begegnet“ uns die „Gans“, ein hoher breiter, tief abfallender Felsen, heutzutage Naturschutzgebiet, und da in den Felsen dieser Gans hatte sich eine Frau verirrt, wieso auch immer, und drohte abzustürzen, schrie um Hilfe, musste von der Feuerwehr gerettet werden.

Das war meine „Geschichte zum Wochenende“! Ich wünsche allen eine angenehme Woche.

Wochenende, 31.08./01.09.2019

Am Samstag packte ich noch einige Dinge für den Flohmarkt zusammen, die Judith dann mitnehmen wollte.

Für sie hingegen buchte ich für Anfang Oktober noch eine Bahnfahrt nach München, wo sie eine Cousine treffen will, die aus Israel zu Besuch kommt. So wäscht eine Hand die andere.

Ich machte mich an die Übersetzung eines spanischsprachigen Buches, das wir in unserer Konversationsgruppe nach und nach bewältigen wollen. Vielleicht wäre es besser, das abwechselnd mit der Grammatik zu tun statt zusätzlich. Aber das müssen wir am Montag bereden.

Am Sonntag mal wieder meine Messer mit dem Schleifstein geschärft. Zum Flohmarkt ging ich nicht, das ist dort zu eng, um sich mit dem Rollator zu bewegen. Nächstes Jahr dann wieder.

Aufzug-Probleme habe nicht nur ich. Habe gelesen, dass der Papst zu spät zum Angelus-Gebet kam und sich mit einem steckengebliebenen Fahrstuhl entschuldigte 😉.

Donnerstag, 22.08.2019

Am Morgen kurz nach 8 Uhr schon mit der orthopädischen Praxis in München telefoniert, um einen Termin für ein Telefongespräch mit dem Arzt dort zu vereinbaren. Meine Freundin/Nachbarin, die auch mit dorthin möchte und ihre MRT-Unterlagen dort hingeschickt hatte, war auch dabei. Nun sind wir so verblieben, dass der Arzt uns am kommenden Montag zwischen 13:30 Uhr und 15 Uhr anrufen wird.

Also konnte ich in Ruhe zum kleinen Einkauf zu Rewe und zu dm gehen. Bei meinem kleinen Rewe habe ich nicht alles, was ich für mein geplantes Essen brauche, bekommen; also muss ich dann in der kommenden Woche auch noch in den großen, der etwas weiter weg ist. Aber da kann ich dann eine Station mit der U-Bahn fahren.

Habt Ihr auch das Bild mit M. Macron und M. Johnson gesehen vom Antrittsbesuch in Paris? Ich habe schallend gelacht und meine Nachbarin zu mir gebeten, um sich das auch anzusehen. Man sieht: Einen sehr gut gekleideten Herrn Macron und einen Herrn Johnson, dessen Anzug aussieht, als habe er ihn auf einem Flohmarkt gefunden oder als habe er ihn geliehen. Da sieht man gleich: Diese Männer trennen Welten. Und natürlich ist Herr Johnson in Paris genauso abgeblitzt mit seinen Wünschen bezüglich des Brexit-Abkommens wie in Berlin.

Die neue Bundesjustizministerin will die Strafen wegen Wirtschaftskriminalität erhöhen – gut so! Die FDP befürchtet, dass dann solche Firmen ins Ausland abwandern könnten und dies zum Wegfall von Arbeitsplätzen führen könnte; also lieber Straftaten? Pfui, FDP!

Aber auch ein sehr anrührendes Bild war auf der ARD-Nachrichtenseite zu sehen: Der Präsident des neuseeländischen Parlamentes, selbst 6facher Großvater, gab dem 6 Wochen alten (jungen) Kind eines Abgeordneten während einer langen Sitzung sein Fläschchen.

Wochenende, 10./11.08.2019

Viele Arabisch-Vokabeln in meine Listen übertragen, vor allem von Ländern, Kontinenten, Städten.

Mein Gewicht ist wieder, dank der Gemüsesuppen-Kur, in einem annehmbaren Bereich. Trotzdem habe ich am Samstag nochmal eine solche zubereitet, dieses Mal mit etwas Hühnerbrust und einer kleinen Portion Reis.

Der MRT-Bericht war auch am Samstag immer noch nicht in meinem Briefkasten. Sch***! Nun muss ich deswegen am Montag telefonieren.

Gelesen … und für total verrückt erklärt: In Berlin klagt die Mutter eines 9jährigen Mädchens dagegen, dass ihre Tochter nicht in den Staats- und Domchor, seit 1465, als er unter dem Namen „Singeknaben“ gegründet wurde, ein reiner Knabenchor, aufgenommen wurde. Der angeschlossene „Mädchenchor der Singakademie“ ist ihr nicht „fein“ genug. Na, da werden sich sicher auch bald Mädchen finden, deren Eltern sie bei den „Regensburger Domspatzen“, den „Wiener Sängerknaben“, dem „Bad Tölzer Knabenchor“ und ähnlichen althergebrachten, bisher den Knaben vorbehaltenen Institutionen einklagen werden 😉.

Und wann klagen die ersten Damen das Recht ein, die Herren-Toilette benutzen zu dürfen? Das habe ich schon einmal vor vielen, vielen Jahren getan, also ist das nicht mehr einzuklagen 😊.