Aussteuer

Eine langjährige, weit über 80jährige Blog-Freundin in Berlin, die ich bei einem Berlin-Besuch vor vielen Jahren auch persönlich kennenlernte, schrieb heute einen Post über ihre alte, ererbte Bettwäsche, und dass sich die jungen Frauen damals doch sehr viel Mühe machten, ihre Aussteuer schön zu gestalten. Sie vermisst, dass heutzutage nichts Vergleichbares mehr existiert.

Aber, liebe E., diese jungen Damen seinerzeit hatten auch nichts anderes zu tun. Sie saßen zuhause und warteten auf einen Mann, der sie heiraten wollte, und hatten sehr viel Zeit, Bettwäsche und Nachthemdchen und andere Dinge kunstvoll zu besticken. Sie mussten/durften nicht zur Arbeit gehen, das taten nur „arme Mädchen“, und die wiederum konnten sich solchen Firlefanz nicht leisten.

Alles hat, wie immer, seine zwei Seiten.