Dienstag, 02. Juni 2026

Ich muss sagen, die kleine Reise nach Kiel war doch sehr anstrengend; man bzw. frau wird eben nicht jünger.

Nach der 10stündigen Fahrt mit freundlichen Helfern trank ich erstmal einen Kaffee und aß ein Croissant, ehe ich mich zur UKSH fahren ließ. Dieses Gefäß- und Herzzentrum ist ein ganz neues Gebäude, sehr hell, mit Glasdächern, auch vom Design richtig schön, finde ich. Eine Dame bei der Anmeldung kümmerte sich gleich um mich, denn es war richtig viel los. Jeder muss, klar, das ist mittlerweile überall so, eine Nummer ziehen. Die Nummer 560 war gerade dran, ich hatte die Nummer 880. 😮

Aber so schlimm wie es sich anhört war es nicht. Ich musste dann zur Anmeldung Nr. 15, erledigte die Sache mit der Überweisung und der Versichertenkarte, gab meine Unterlagen ab, die die Dame einscannte, und kam mit einem Fragebogen, den ich ausfüllen musste, ins Wartezimmer 48/49. Dort ging es auch normalerweise nach Nummern, aber ich wurde ziemlich bald von einer jungen Dame aufgerufen. Als nächstes kam der Blutdruck an die Reihe, an beiden Armen.

Und dann kümmerte sich ein Arzt um mich, dem ich mein Anliegen schilderte. Er las den Bericht vom Radiologen über das Angio-MRT, sah sich die Bilder an, weil er im Gegensatz zu seinem hiesigen Kollegen von der Uniklinik die Akte öffnen konnte 😀 , und dann machte er noch eine Doppler-Schall-Untersuchung und fand meine Carotiden, d. h. die A. carotis internae, als fast nicht nennenswert verengt, jedenfalls nicht so, dass irgendein Eingriff jetzt oder in absehbarer Zeit erforderlich wäre. Ist das nicht eine gute Nachricht!? 😀 😀 😀 Wiedervorstellung in 1 Jahr. Gerne!

Ich entdeckte ein Schild mit dem Hinweis auf einen Weg in das nebenan gelegene Neurozentrum, dem ich folgte. Ich hatte Angelika schon davon unterrichtet, dass ich im Hause sei. Ich rief sie nochmal an und sagte ihr, dass ich in der Neurozentrum-Anmeldung sei (auch dort eine lange Schlange von Patienten). Sie hatte zwar keine längere Zeit für mich, aber dennoch freuten wir uns, uns wiederzusehen. Das nächste Mal melde ich mich früher bei ihr und wir machen ein richtiges Treffen aus.

Ich holte mir dann in der Cafeteria des Gefäßzentrums einen Kaffee, und anschließend bestellte mir die nette Dame an der Anmeldung ein Taxi. Für Leute, die auf ein Taxi warten, stehen an einer festgelegten Stelle einige Stühle bereit, und die Taxifahrer wissen, wo sie hin müssen. Praktisch, finde ich!

Ich hatte den richtigen Zeitpunkt erwischt; Annegret und ihre Schülerinnen waren gerade fertig mit dem Musizieren, tranken noch einen Kaffee. Eine der Damen kannte ich auch von den Kammermusikkursen in Rendsburg. Lang, lang ist es her! Wir hatten ein paar schöne Stunden, aber …

Schon für 16:30 Uhr hatten wir ein Taxi bestellt, das mich zum Hauptbahnhof brachte. Dort ging ich zur Info, meldete mich, ging dann zum Gleis meines Zuges, der schon bereitgestellt war, aber noch gereinigt wurde. Die nette junge Frau kam pünktlich mit der Öffnung des Zuges, brachte mich zu meinem Sitz, wollte schon gehen, drehte sich nochmal um und meinte: „Ich bewundere sie! Sie sind so voller positiver Energie, die einem gleich ins Auge springt, davon könnte sich manch anderer eine Scheibe abschneiden!“ Ist das nicht ein Kompliment?!

Ich war dann gegen Mitternacht wieder zu Hause, fix und alle. Schon unterwegs im Zug hatte ich das Gefühl, dass ich nicht mehr sitzen kann, mein Allerwertester schmerzte, ich rückte hierhin und dorthin. Vielleicht fahre ich das nächste Mal einfach einen Tag früher und mit einem angenehmeren Zug als dem ICE-Lumpensammler und übernachte einmal im Hotel. Das täte meinen Nerven gut. 😀

Aber alles in allem war es doch eine erfolgreiche und schöne Reise.

Donnerstag, 02. Februar 2023

So! So langsam erhole ich mich von der doch anstrengenden Tour nach Kiel.

Aber ich wurde wieder sehr freundlich in der UKSH empfangen. Der Oberarzt war gleich zur Stelle, ebenso die Leiterin des Motoriklabors; eine Krankenschwester, die leider dieses Mal nicht für mein Zimmer zuständig war, kam auf mich zu: „Ach, Frau B., da sind sie ja schon wieder!“, und der glatzköpfige Pfleger zeigte lachend mit dem Finger auf meine Glatze. 😀 Sogar die Dame, die das Abendessen ausgibt, erinnerte sich an mich, und wusste, was ich haben möchte. Es war rührend. Leider muss ich nun erst im Oktober/November wieder hin, und dann zum letzten Mal.

Gleich am ersten Tag nachmittags war das MRT, am zweiten Tag gegen 9 Uhr kam die Dame vom psycho-neurologischen Test und machte über fast 3 Stunden ihre „Spielchen“ mit mir (2-, 3-, 4-, 5- und 6 Ziffern wiederholen und in der umgekehrten Reihenfolge wiedergeben, bis zu 15 Begriffe im Gedächtnis behalten und wiedergeben, Reaktion prüfen und ähnliches), und danach dann die „Gangprüfungen“ (geradeaus gehen, im Kreis gehen, rechtsherum, linksherum, dabei von 843 (oder ähnlich „schrägen“ Zahlen) jeweils 7 abziehen) und was es sonst noch alles gibt. 😀

Am Mittwochmorgen dann gegen 9 Uhr ins Motoriklabor. Dieses Mal veranstaltete ich keine Wasserschlacht beim Umgießen von Wasser, egal ob mit der rechten oder linken Hand. Das ganz freihändige Zeichnen von Spiralen oder Strichen zwischen vorgegebenen Figuren ist zwar immer noch nicht perfekt – aber das muss auch nicht sein.

Dann die letzten Reste einpacken, bei der Station etwas Geld hinterlassen, mir das Band mit QR- und Barcode entfernen lassen, damit die Bahn mich nicht verkaufen kann 😀 . Die Stationsärztin brachte mir noch den vorläufigen Entlassungsbericht und begleitete mich zum Ausgang, wo auch schon ein Taxi auf mich wartete, das mich zum Bahnhof brachte.

Von meiner Freundin Annegret hatte ich am Sonntag gelernt, dass es in SH 5 offizielle Landessprachen gibt: Deutsch, Dänisch, Friesisch, Plattdeutsch und Romanesco, die Sprache der Zigeuner. Der Zuhälter, der mit mir mit seinem Riesen-Hund im Regio von Kiel nach HH-Hbf fuhr, sprach wohl diese Sprache. Woher ich seinen „Beruf“ kannte? Er bekam den Anruf einer Frau, dass sie gerade 50 € verdient hätte. 😀 Eigentlich hatte er erzählt, dass er bis Hbf und dann weiter nach F fahren würde, aber er überlegte es sich anders und verließ mit seinem Hund schon in HH-Dammtor den Zug.

Ich wollte eigentlich dem Rat meiner Freundin folgen und auch in Dammtor umsteigen, da es dort nur 2 Bahnsteige gibt, und das Umsteigen so einfacher ist, aber in Anbetracht der Umstände 😉 fuhr ich dann doch bis HH-Hbf. Der Rest der Reise verlief unaufgeregt und pünktlich, wenn man davon absieht, dass ein Herr auf den Platz jenseits des Ganges sich noch 10 Minuten vor seinem Halt in Hannover einen Kaffee bestellte und damit eine unsagbare Schweinerei anrichtete. 😀

Um 19 Uhr kam ich pünktlich in F an, und obwohl ich hätte kostenlos noch den ÖPV benutzen können, entschied ich mich für ein Taxi.

Und heute war „Ruhetag“.

Am Abend versuchte ich, die 90jährige Dame in Duisburg anzurufen, die auf meine Empfehlung hin in Kiel war, und erfuhr, dass sie gestern verstorben ist. Obwohl ich sie nicht persönlich kannte, bin ich natürlich etwas erschüttert. Morgen werde ich die OP-Koordinatorin anrufen und ihr dies mitteilen, denn es wäre ja blöd, wenn dann die Angehörigen noch Post aus der UKSH bekämen.

Samstag, 02. April 2022

Hallo, ihr lieben Alle,

es ist Alles gut gelaufen, es geht mir fantastisch, ich bin überglücklich. Heute Abend hatte ich meine Freundinnen zum Essen eingeladen, denn ich kann ihnen nicht genug danken.

Und sie freuen sich schon darauf, wieder mit mir zu musizieren, wenn dann im September auch die linke Seite behandelt worden ist.

Wenn ich dann am Dienstagabend in F bin, wird hier wieder alles seinen gewohnten Gang gehen.